112. Geburtstag Victor Hugo („Lès Misérables“), Wochenteiler #9/2014

Meinen Wochenteiler dieser Woche widme ich dem ranzösischen Schriftsteller Victor-Marie Hugo,  der heute vor 112 Jahren, also am 26. Februar 1802, geboren wurde (gestorben. 22.5.1885).

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 „Das Buch als Buch gehört dem Autor, aber als Gedanke gehört es – der Begriff ist keineswegs zu mächtig – der Menschheit. Jeder denkende Mensch hat ein Recht darauf. Wenn eines der beiden Rechte, das des Autors oder das des menschlichen Geistes, geopfert werden sollte, dann wäre es, zweifellos, das Recht des Autors, denn unsere einzige Sorge gilt dem öffentlichen Interesse, und die Allgemeinheit, das erkläre ich, kommt vor uns.“

Kurz zu diesem Zitat: Victor Hugo setzte sich gemeinsam mit Honoré de Balzac für ein Urheberrecht ein und war einer der wichtigsten Verfechter der „Berner Übereinkunft zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst“ (Quelle: Wikipedia)

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Geboren wurde der Schrifsteller Victor Hugo  im französischen Besancon. Er schrieb zahlreiche Gedichte, Romane und Dramen und betätigte sich außerdem als literarischer, aber auch politischer Publizist.

In Deutschland ist er zwar weniger bekannt als z.B.  frz. Autoren wie Molière, Voltaire oder Balzac, in Frankreich gilt er hingegen vielen Menschen als größter Autor überhaupt. Seine Bedeutung für die Franzosen ähnelt Goethes Bedeutung für die Deutschen,  auch wenn er heute – mit Ausnahme von „Les Misérables – eher selten gelesen wird.

Das literarische Werk Victor Hugos umfasst acht Romane, darunter z.B. „Der letzte Tag eines Verurteilten“ , „Han der Isländer“, „Der Glöckner von Notre Dame“, „Die Elenden/Les Misérables“,  neun Dramen, z.B. „Cromwell“, „Marion Delorme“, „Hernani“, „Lucrèce Borgia“, und „Maria Tudor“ und „Die Burggrafen“ sowie unzählige kleinere Schriften und zahlreiche Gedichte.

Etwa ein Viertel seiner Texte nach 1849 sind politisch motiviert und engagiert. Seine Position scheint auf den ersten Blick widersprüchlich: Er verteidigt das Gewinnstreben und spricht sich gleichzeitig für soziale Gerechtigkeit aus. Er ist liberal, aber gegen Leute, die Profite kumulieren, statt sie zum Vorteil aller zu reinvestieren. Er verabscheut Krieg und Gewalt, aber ruft zum Widerstand auf, wenn es gilt, die Demokratie zu verteidigen. Mehrere seiner Werke wurden vom Vatikan auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt.

Sein großes Vorbild war der frz. Schriftsteller und Politiker Francois René de Chateaubriand. Bereits mit ca. 10 Jahren begann Hugo zu schreiben, mit 15 erhielt er eine „ermutigende Erwähnung“, zwei Jahre später die ersehnte  Auszeichnung in einem Dichtwettbewerb.

Mit 16 begann er ein Jurastudium und gründete mit gerade 17 Jahren zusammen mit seinen beiden Brüdern eine literarische Zeitschrift.

1822 – im Alter von 20 Jahren, heiratete er eine Freundin aus Kindertagen, mit der er seit drei Jahren heimlich verlobt war.

1827 schrieb Hugo sein erstes Stück, das Versdrama „Cromwell“, das sich zwar als kaum spielbar erwies, dessen Vorwort jedoch zum Manifest des neuen romantischen Theaters und überhaupt der romantischen Schule wurde.

1829 folgte die Veröffentlichung eines Plädoyers gegen die Todesstrafe- in Form des Romanes  „Le dernier jour d’un condamné à mort“ („Die letzten Tage eines Verurteilten“ – was als indirekte Regimekritik aufgefasst wurde.  Die Aufführung eines im gleichen Jahr verfassten melodramatischen historischen Stückes wurde bereits vor der Aufführung als regimekritisch verboten.

„Der Glöckner von Notre –Dame“ (Notre Dame de Paris) wurde von ihm 1831 publiziert, es folgten hauptsächlich historische Stücke, wovon das erste  „Der König amüsiert sich“1832 als politisch missliebig direkt nach der Premiere verboten wurde. Die nächsten Stücke „Lucrèce borgia“ und „Marie Tudor“ waren weit weniger kritisch.

Sein Theater-Drama „Les Burgraves“ – „Die Burggrafen“, wurde 1843 ein kompletter Misserfolg –  kein Wunder, dass ihm damit die Freude am Theater  komplett verdorben wurde.

Am 22. Mai 1885 starb Hugo im Alter von 83 Jahren in Paris –  von seinen ingesamt fünf Kindern überlebte ihn nur sein letztgeborenes, jüngstes Kind. Beigesetzt wurd er in einem Ehrengrab in der Krypta der Pariser Kirche der Hl. Genoveva,  bzw. dem Panthéon.

Nach der französischen Währungsumstellung erschien 1959 zu seinen Ehren die Banknote „5 Nouveaux Francs“.wochenteiler victor hugo

Auf der Insel Guernsey, wo er einen Großteil seines Exils verbrachte, zieren sich heute Geschäfte und Lokalitäten mit seinen Namen. Das Victor-Hugo-Haus erfreut sich vieler Besucher. Als überlebensgroße Statue in Saint Peter Port blickt er auch heute noch hinaus aufs Meer in Richtung Frankreich (Saint Peter Port):

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Extras:

Link Wikipedia: hier

Politische Laufbahn Hugo’s: Als Royalist – ausgewiesen durch seine erstes erzählendes Werk („Bug-Jargal“ /“Die schwarze Fahne“) bzw. seinen ersten Gedichtband („Odes et poésies diverses“)  erhielt er  1822 eine königliche Pension von jährlich 1.000 Francs, die sich später um weitere 2.000 Francs erhöhte und ihm ein regelmäßiges Einkommen sicherte.

Zunächst also Royalist mit königlicher Pension, änderte er  – der sich aufgrund einer Einladung zur Krönung Karl X. 1826 stolz „Baron“ nennt, kurz darauf seine politische Gesinnung und mutiert zum oppositionellen Liberalen.  1826 veröffentlichte er in Buchform und zum Roman verlängert eine neue Version seines  „Bug-Jargal“. Bald nach der Julirevolution von 1830 ging er zusammen mit anderen jungen Intellektuellen in Opposition zum neuen Regime von „Bürgerkönig“ Louis-Philippe. Als er diesen 1837 persönlich kennenlernt, nähert er sich ihm weiter politisch an, nachdem auch bereits seine letzten Werke weniger kritisch waren. Im Jahr 1845 wird er sogar von König Louis-Philippe  zum Vicomte und Pair erhoben, d.h. zum Mitglied auf Lebenszeit der Pairskammer, dem parlamentarischen Oberhauses.

1846 ändert er erneut seine politische Richtung- er bekennt sich zum Republikaner, beginnt einen sozial engagierten Roman „Les Mystères de Paris“, später bekannt als „Les Misérables“(Die Elenden).

Beim Ausbruch der Februarrevolution 1848 schlug er sich nach dem Juni-Aufstand der Pariser Arbeiter auf die Seite des konservativen „Part de l’ordre“ und dann auf die des neu gewählten Präsidenten Louis-Napoléon Bonaparte. Zum konservativen Abgeordneten gewählt, verwirrte er jedoch seine politischen Freunde durch sozial engagierte und politisch liberale Reden. Als Hugo sich 1851 gegen ein Staatsstreich auflehnte, mit dem sich Bonaparte zum Präsidenten auf Lebenszeit machte, wurde er aus Frankreich verbannt- auf die Insel Guernsey, von wo er 1871 nach dem Sturz Kaiser Napoleon III, aus dem Exil zurückkehrte. 1876 wurde er in den Senat gewählt. (Quelle: Wikipedia)

Übrigens: Passt auch heute gut auf Euch auf – und auf den Knall – für die gelungene Wochenteilung ;-).

Es grüßt Euch herzlich, Birthe !


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Über BirthesLesezeit

Leseratte "Ü40" . Ich lese so ziemlich alles, was Buchstaben hat, wobei das Genre nebensächlich ist, Hauptsache, Geschichte und Schreibstil sprechen mich an.
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