[Rezension]: Meike Winnemuth „Bin im Garten“ – Ein Jahr wachsen und wachsen lassen

[Rezension]: Meike Winnemuth „Bin im Garten“ – Ein Jahr wachsen und wachsen lassen

Wie ich zu diesem Buch kam: Ich war in der „Stadt“ shoppen – das erste Mal seit diesem besonderen Frühjahr. Natürlich verbrachte ich letztendlich die meiste Zeit in den Bücherläden ;-). Nur mal stöbern – nichts kaufen, („Du hast genug Bücher im neuen Bücherzimmer, die „Lies MICH zuerst!“ rufen…“) In zwei Bücherläden habe ich tapfer widerstanden, im dritten gab ich nach, nämlich dem Buch, das mich in der Gartenabteilung auch schon in den beiden vorherigen Buchshops anlachte : „Bin im Garten“ – das spricht mich als begeisterter Hobbygärtner natürlich sofort an und so konnte ich also nicht widerstehen: Es durfte mit ! :-). Erst mal ins Regal stellen, aber nicht zu weit weg, es ist sicher total interessant und „leichte Kost“, also genau das Richtige, um mich wieder aufs „Lesen“ einzuschwören – der Winter kommt, im Garten wird es etwas ruhiger. Nach wenigen Tagen dann lockte mein Lesesessel, ich packte das neue Buch und begann – und hatte es nach 3 Tagen „durch“… Hier also nun meine Rezension:

Bildquelle: Randomhouse-Verlag

Inhalt: Nachdem die Autorin Meike Winnemuth die Welt bereist hat, sehnt sie sich nach einem Zuhause – und landet in einem kleinen Haus mit Garten, fernab der Stadt , dafür nah am Meer. Das als Tagebuch aufgebaute Buch beginnt im Januar – da ist im Garten noch nicht viel los und so erzählt Frau Winnemuth zunächst einmal ein wenig aus ihrem Leben und was sie dazu trieb, dieses Haus mit Garten zu kaufen. So erfährt man u.a. auch, dass dies ihr drittes Jahr im Haus ist, bisher hat sie dem Garten eher beim Wachsen zugeschaut, einige Dinge verändert, aber nun, im dritten Jahr, legt sie RICHTIG los – und wie ! Der Ehrgeiz hat sie gepackt, Veränderungen müssen her – der Garten soll umgestaltet werden, Hochbeete müssen her usw. Und so plant sie in der kalten Jahreszeit schonmal, was sie im Frühjahr und Sommmer bauen, pflanzen, graben – und natürlich ernten – will – alles ökologisch und mit der Natur, nicht gegen sie. Doch Plan und Wirklichkeit sind zwei verschiedene Dinge…

Als es dann endlich draußen losgeht, werden Hacke und Schaufel zu ihren besten Freunden – neben Hund Fiete und BBC-Gartenmoderator Monty. Doch natürlich klappt nicht alles wie geplant, es gibt Tiefschläge, Rückschläge – und Rückenschmerzen. Meike Winnemuth beschönigt nichts. Zum Glück gibt es aber auch genügend Highlights, außerdem macht sie viele neue Erfahrungen, bildet sich weiter und so sind Begriffe wie phänologischer Kalender und Chelsea Chop bald keine Fremdwörter mehr für sie – und den Leser. Ein (Garten-)Jahr lang darf man sie begleiten – beim Umgestalten ihres Gartens, beim Anbau von Obst und Gemüse, beim Kampf gegen Schnecken, Maulwürfe, Käfern, beim Ernten, ihren Gedankengängen – nicht nur – rund um den Garten.

Meine Meinung:

Mir gefällt Meike Winnemuth’s „Bin im Garten“ richtig gut! Als passionierter Hobbygärtner habe ich die Autorin gerne bei ihren quasi ersten Schritten im eigenen Garten begleitet. Ich denke, jeder Gartenliebhaber kann nachvollziehen, welche Arbeit und welchen Aufwand es bedeutet, einen Garten anzulegen bzw. umzugestalten sowie einen Nutzgarten/Kräutergarten aufzubauen und zu bearbeiten. Knochenarbeit ! Die Autorin wirkt sehr sympathisch, sie ist sich für keine Arbeit zu schade, packt zu und gräbt nur zu gerne im Dreck ;-). Dabei ist sie so euphorisch, dass der Garten oft irgendwie vieel zu klein wirkt, bei den Plänen und Pflanzen, die sie alle (um)setzen will ;-). Wir als Leser dürfen ihr quasi dabei zusehen, sie nimmt uns mit, und nichts ist schöner, als anderen bei der Arbeit zuzusehen, oder ? ;-). Außerdem wirkt es geradezu ansteckend und man bekommt Lust, Gartenhandschuhe anzuziehen und ebenfalls loszuwerkeln.

Genausogut kann man sich aber auch sehr gut in sie hineinversetzen, wenn eben nicht alles gelingt, wenn Misserfolge, Schnecken und Käfer sie frustrieren und sie nach Wegen sucht, diesen Plagen entgegenzuwirken. Dabei lernt sie ständig hinzu: Sie informiert sich, probiert dies und jenes aus, frei nach ihrem Motto: „Einfach machen“ und lernt dabei die Gesetze der Natur immer besser verstehen…

Der leichte-lockere und humorvolle Schreibstil, der oft auch selbstironisch ist, sorgt dafür, dass man „dranbleiben“ kann, ich hatte mir unter diesem Titel und der Beschreibung kein „Lehr- oder Fachbuch“ erhofft, sondern einfach eine unterhaltsame Lektüre rund um den Garten, die gleichzeitig auch viele Inspirationen und Informationen bietet. Volltreffer !

Außerdem muss ich zugeben, dass ich – obwohl ich in unseren Garten doch bereits seit über 20 Jahren Unkraut zupfe – doch noch den einen oder anderen Tipp und Anregung aufgenommen habe – man lernt nie aus ;-).

Die im Anhang des Buches aufgeführten Bezugsquellen sowie Literaturempfehlungen zum Thema Gärtnern runden das Gesamtbild ab.

Meine Bewertung: 5 Buch-Bubis

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Meine Lieblingszitate:

„Na gut, Nudeln, Lachs, Zitrone, Olivenöl und Alkohol waren auch noch im Spiel – das kriege ich noch nicht allein hin, das kommt im nächsten Jahr. Dann wird ein Spaghettibaum gepflanzt, ein Weinberg aufgeschüttet und eine Lachstreppe angelegt. Fangen wir mit dem Salat an und steigern uns dann unaufhörlich.“ (Als sie stolz zum erstenmal ihren Gäste ein Abendessen aus dem Garten zubereitet), S. 178

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Genau das ist es, was ich hier bewohne: Ein Stück Erde ohne Deckel. Im Herbst werde ich einen Baum pflanzen, um dem Himmel noch ein Stück näher zu kommen.“ S. 169

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„Dingen beim Größerwerden zuzusehen ist fast noch befriedigender als die Ernte.“ s. 151

Wenn ich in die Früchte meiner eigenen Arbeit beiße, dann liegen auf der Zunge neben der mehligen roten Kartoffel auch die Erinnerungen an die Zeit, als ich mit ihr im Frühjahr eine WG bildete, sie legte, sie anhäufelte, nach Kartoffelkäfern absuchte, mich nach Wochen über die violette Blüte freute und die Pflanze schließlich mit diesem befriedigenden Pflockkkk aus der Erde zog.“ S.204

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Fazit:

Ein sehr unterhaltsames und informatives (Garten-)Tagebuch der Autorin Meike Winnemuth, die den Leser ein Jahr lang auf ihrer Reise durch ihren eigenen Garten mitnimmt, von der Umgestaltung über Planung, Säen/Pflanzen bis zur Ernte. Ein Highlight für alle Gartenliebhaber und für Leute, die es vielleicht noch werden wollen ;-).

Informationen zum Buch:

Titel: Bin im Garten, Autorin: Meike Winnnemuth, Verlag: Penguin (Randomhouse),  Hardcover mit Schutzumschlag, 320 Seiten, ISBN: 978-3-328-60045-9, Preis: Euro 22,00 (D), Erstveröffentlichung: 2019

HIER gibt es den Link zum Video („Meike Winnemuth über ihr neues Buch„):

Über BirthesLesezeit

Leseratte "Ü50" . Ich lese so ziemlich alles, was Buchstaben hat, wobei das Genre nebensächlich ist, Hauptsache, Geschichte und Schreibstil sprechen mich an.
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4 Antworten zu [Rezension]: Meike Winnemuth „Bin im Garten“ – Ein Jahr wachsen und wachsen lassen

  1. Silberdistel schreibt:

    Ich habe mir das Buch inzwischen auch gegönnt und bin noch mitten beim Lesen. Es gefällt mir bisher ausgesprochen gut. Das war ein toller Tipp! Dankeschön fürs Teilen.
    LG von der Silberdistel

    • Hallo liebe Silberdistel, schön, Dich hier zu lesen 😉 :-). In dieses Buch schaue ich öfter mal hinein, lässt sich gut lesen und man erkennt sich auch des öfteren wider, nicht wahr ;-). Liebe Grüße, Birthe

      • Silberdistel schreibt:

        Ja, mir gefällt es sehr gut. Ich denke auch, dass ich es immer mal wieder zur Hand nehmen werde. Und ob ich mich darin öfter einmal wiedergefunden habe 😀
        Nochmals liebe Grüße von der Silberdistel

  2. Pingback: Rezension : „Im Garten ist es niemals still“ – Bärbel Oftring | Birthes bunter Blog-Garten

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