[Buchmesse Frankfurt] (M)ein Messe-Donnerstag – 9. Okt.2014 –

Hallo, heute mal eine „Nachlese“ über meinen heutigen Besuch auf der Buchmesse in Frankfurt. Meine umfangreiche Planung lag griffbereit, meine Tasche war gepackt, und so ging es um 8 h los – etwas spät, aber ich kam „nicht früher los“, wie das manchmal so ist… ;-).

Meine Übersicht/Wunschliste/persönlicher Veranstaltungskalender hatte ich ausgedruckt, ganz wichtige markiert, mir inzwischen eher unwichtige gestrichen, wenn sie sich mit ersterem zeitlich überschnitten – und so schloss ich mich der Menschenmenge an, die vom Parkhaus aus mit dem Shuttle-Bus zum Eingang fuhren. Einfach der Menge folgen –  und am Eingang der Messe landen – kann gar nix schiefgehen…

Doch dann ging ich meines Weges, der mich geradewegs zur ARD-Bühne führte, wo

Nino Haratischwill in „hr2-kultur“ über ihr Buch

„Das achte Leben“

(FVA) sprach.

Sehr sympathisch – sehr informativ berichtete sie über die Hintergründe zu diesem Roman, was sie mit Georgien verbindet, dass sie Erfahrungen auf ihrer Reise durchs Land sammeln konnte, oft erschüttert war ob der Berichte der Zeitzeugen. Auf die Frage, ob sie nun froh sein, dass Buch beendet zu haben, antwortete sie, dass sie einerseits erleichtert sei, damit „abschließen zu können“, weil es sie emotional doch oft sehr an ihre Grenzen gebracht habe, dass sie aber andererseits auch traurig sei, dass ihr quasi etwas fehle. Dieses Buch steht bereits ohnehin auf meiner Wunschliste  und dieses Gespräch/Interview war ein sehr schöner und stimmiger  Beginn ins Messegeschehen. ( – Leider kein Foto – hatte ich vor lauter Zuhören und mitschreiben vergessen – schade ! – )

Weiter ging es durch die Hallen – hier wollte ich unbedingt zum Streitgespräch

„Monopoly? Immer wieder Amazon“,

bei dem lebhaft über das z.Zt. hoch aktuelle Thema „Amazon und der Buchhandel“ diskutiert wurde bzw. darüber, ob „die Politik“ eingreifen und Einhalt gebieten sollte.

Dieter Schnaas (Chefreporter der „Wirtschaftswoche“)sprach sich gegen die Einmischung der Politik aus („Kulturgut Buch“ ist eine Gebrauchs- um nicht zu sagen Verbrauchsware), Was genau ist überhaupt zu schützen?, und das Kartellrecht sei dazu da, die Konsumenten zu schützen, die er nicht gefährdet sieht.

Demgegenüber setzte sich Alexander Skipsis als Interessenvertreter des Börsenvereins des dt. Buchhandels für Fairness im dt. Buchhandel ein und stellte die Vorteile des Internet-Riesen gegenüber dem dt. Buchhandel dar (Steuersätze Luxemburg). Außerdem wurde deutlich, dass es gerade in der Kulturbranche wohl sehr schwer ist, eine Entscheidung darüber zu treffen, was schützenswert ist oder nicht. Dennoch gehe es ihm und dem Buchhandel darum, für einen fairen Wettbewerb zu sorgen, und appellierte an die Politik, die Gesetzgebung zu modernisieren, ggf. entsprechend zu korrigieren. Außerdem wies er auf die Gefahren hin – auf die USA/Great Britain, wo es keine Buchpreisbindung mehr gibt, die Buchhandlungen nahezu verschwunden sind.

Diskussion Amazon... Buchhandel, Buchmesse FrankfurtEine spannendes Gespräch, das durch Meldungen aus dem Publikum zusätzlich belebt wurde und mich dazu brachte, auch die Diskussion

„Kultur unter Druck? Amazon und die deutschen Buchverlage“

zu besuchen, wo widerum Herr Alexander Skipis anwesend war, dieses Mal gemeinsam mit Verlegerin Susanne Schüssler und der stellvertr. SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel. Hier wurde nun weiter diskutiert, Skipis stellte heraus, dass das Internet und digitale Medien auch als Chance anzusehen sei, der Buchhandel sogar und auch von Amazon gelernt habe (in Bezug auf Verfügbarkeit, Webshop, usw.. Fra Schüssler lobte den deutschen Buchhandel als wohl ältestens und vielfältigsten Buchhandel der Welt, und dass die bestehende Vielfalt durchaus geschützt werden muss- und das es wichtig sei, dass für ebooks das gleiche Recht wie für Print-Bücher gelten sollten.

Herr Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD)  stellte heraus, dass die kulturelle Vielfalt von seinen Akteuren abhängt und dass Amazon nicht das Problem als Wettbewerber sei, sondern als aufstrebender Dienstleister, dessen Ziel viel weitreichender sei. Er sieht z.b. eine Chance darin, Höchstrabattgrenzen für Ebooks einzuführen… Eine ebenfalls sehr interessante und anregende Diskussion.

Zwischendurch ging es noch zum Gespräch auf der ARD-Bühne, wo

Michael Kleeberg über seinen Roman und die Figuren und „Geschichte“ von „Vaterjahre“

Buchmesse Ffm., Michael Kleeberg, (Vaterjahre)

Buchmesse Ffm., Michael Kleeberg, (Vaterjahre)

erzählte. Und

Charlotte Link, die auf dem Blauen Sofa über ihr wohl persönlichstes Buch „Sechs Jahre“

Buchmesse Ffm., Charlotte Link (Sechs Jahre)

Buchmesse Ffm., Charlotte Link (Sechs Jahre)

sprach, durfte ich mir natürlich auch nicht entgehen lassen ;-). Siie erzählte sie von der Krankheit ihrer Schwester, ihren Erfahrungen mit Ärzten und Umfeld, und natürlich ihrem eigenen Umgang mit der Situation. Sehr beeindruckend !

Dann ging es weiter in Halle 3 – wobei sich das hier alles so leicht anhört… Aber soo leicht war es gar nicht, denn ich hatte echte Orientierungsschwierigkeiten, was sich auch bis abends nicht wirklich legte.

Und dann bekam ich auch noch Hunger – mein Müsliriegel war längst weggeknabbert und so stellte ich mich in die endlos scheinende Schlange vor der Theke an – um das zu bekommen:

Hamburger  in "Messegröße" und knusprige Pommes

Hamburger in „Messegröße“ und knusprige Pommes

Zwischendurch noch kurz auf einem kleinen Treffen mit

Autorin Petra Schier (Der Hexenschöffe)

am Stand des Rowohlt-Verlages vorbeigeschaut…

Dann aber weiter, die Lesung aus

„Pfaueninsel“ mit Thomas Hettche

Buchmesse Ffm., Thomas Hettche (Pfaueninsel)

Buchmesse Ffm., Thomas Hettche (Pfaueninsel)

wollte ich keineswegs verpassen. Ich habe schon einiges über dieses Buch gehört und wollte nun mehr wissen… Thomas Hettche erzählte sehr bildhaft und scheinbar selbst fasziniert von der kleinen Insel in der Nähe von Berlin erzählte – und natürlich, was ihn dazu veranlasste, darüber einen Roman zu schreiben.

Und -fast- zu guter Letzt für heute ließ ich es mir nicht nehmen, im Lesezelt die Lesung aus

„Herr Huang in Deutschland“

Herr Huang in Deutschland Lesezelt, Buchmesse,

Herr Huang in Deutschland Lesezelt,

zu hören. leider war der Autor wegen eines wichtigen Termines nicht anwesend, dennoch habe ich einen recht intensiven Eindruck über dieses Buch erhalten, dass Ende Oktober erscheinen wird und von der Reise des Chinesen Herrn Huang zu den Weltkulturerbestätten in Deutschland berichtet. Dabei hatte er sehr schöne Erlebnisse, aber auch weniger gute Erfahrungen (z.b. am Zoll) gemacht und ich bin bereits sehr neugierig auf dieses „Tagebuch“ geworden.

Übrigens bin ich ganz begeistert von den schön gestalteten, teilweise alten  Messebussen und dem „Bücher-Bus“ – leider ist es mir nicht gelungen, ALLE zu fotografieren, vielleicht morgen…

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Messebus Buchmesse Frankfurt, 2014ABuchmesse Frankfurt, Messebus, 2014, kl.

Messebus, Buchmesse Ffm.

Messebus, Buchmesse Ffm.

Lesegondel, Buchmesse Ffm.Und dann war da noch : diese schöne Pinwand, an die man – in Zusammenhang mit einem Gewinnspiel – eine Karte mit seiner Begründung/Stichworten FÜR den Buchhandel/Buchladen beschriften und ausfüllen konnte – diese Idee hat mir sehr gut gefallen und ich habe einige Zeit dort mit Stöbern und durchlesen der vielen Karten verbracht:

PInwand FUER den Buchhandel, Buchmesse Ffm.

PInwand FUER den Buchhandel, Buchmesse Ffm.

Buchmesse Frankfurt Do. 9.10.14, Versand gegen Buchhandel Pinwand, kl.Es war ein langer, eindrucksvoller und recht anstrengender Tag, der aber ebenso schön war. Ich habe aßerdem noch viele nette Gespräche geführt und die Zeit verging vieeel zu schnell. Schön, dass ich morgen nochmal dort bin . Dann werde ich ausgiebiger in den Hallen stöbern. Dazu hatte ich heute nicht ganz so viel Zeit, aber es reichte immerhin, um mich doch so weit zu orientieren, dass ich morgen nicht mehr ganz so „kopflos“ hin- und hereile, sondern wie gesagt, mehr Zeit an und zwischen den Ständen verbringen werde. Ein Pedometer zum Zählen der Schritte/Wege wäre nicht schlecht gewesen – aber so ist es halt, es ist eben „Messe-Feeling“ ;-).

Nun ist mein Messe-Bericht doch schon wieder etwas lang geworden, aber ich kann mich leider nicht kurz fassen – ich hätte noch viel mehr zu den Buchvorstellungen zu sagen, aber das würde den Rahmen hier doch sprengen. Daher müssen diese kurzen Eindrücke und Erinnerungen reichen ;-).

Ich hoffe, ich konnte Euch einen kleinen Eindruck über den heutigen Messetag beschaffen.

Es grüßt herzlich,

Birthe

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Über BirthesLesezeit

Leseratte "Ü40" . Ich lese so ziemlich alles, was Buchstaben hat, wobei das Genre nebensächlich ist, Hauptsache, Geschichte und Schreibstil sprechen mich an.
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Eine Antwort zu [Buchmesse Frankfurt] (M)ein Messe-Donnerstag – 9. Okt.2014 –

  1. Aliénor schreibt:

    Danke für deinen umfassenden Einblick! So bekommt man auch als Daheimgebliebener ein kleines bisschen Messeatmosphäre mit 😀

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