[Rezension] „Die Schuld“ – John Grisham

Die Chance seines Lebens – ein Rechtsanwalt zwischen Pflicht und Gewissen

Inhalt:

"Die Schuld", John Grisham, RM Buch und Medien, 2003, HC mit SU, 448 Seiten

„Die Schuld“, John Grisham, RM Buch und Medien, 2003, HC mit SU, 448 Seiten

Clay Carter ist ein Pflichtverteidiger unter vielen… In der Hoffnung darauf, diese Stellung als Sprungbrett für eine eigene Kanzlei nutzen zu können, gibt er sich mit vielen kleinen und unscheinbaren Fällen ab. Dies ändert sich, als ein mysteriöser Mann auf Clay zukommt und ihm aufzeigt, welche Möglichkeiten ein bisher völlig unspektakulärer Fall bietet… Clay muss eine Entscheidung treffen, eine mögliche Chance ergreifen oder abweisen? Wie hoch ist der Preis, das Risiko, und letztendlich: worum überhaupt geht es wirklich? Eine Entscheidung, die sein ganzes Leben auf den Kopf stellt…

Meine Meinung:

In diesem Roman ist John Grisham voll in seinem Element und man merkt sofort, dass er weiß, wovon er spricht: Rechtsanwalt, Mediziische Sammelklagen auf Schadensersatz im amerikanischen Rechtssystem. Dabei spricht er eine deutliche Sprache, zeigt die Rechtsanwälte nicht gerade von ihrer besten Seite – im Gegenteil schert er sie über einen Kamm und lässt sie und ihre Machenschaften in einem denkbar schlechten Licht dastehen – das amerikanische Rechtssystem macht’s möglich…

Gleichzeitig weist er aber auch auf die Gefahren hin – den Zwiespalt, in dem sich der junge Rechtsanwalt Clay Carter befindet, benutzt er als „Gewissen“, das hin und hergerissen ist zwischen der Pflicht gegenüber den wahren Opfern und der Chance des schnellen Geldverdienens.

Dass Grisham es versteht, seine Figuren lebendig und glaubhaft darzustellen, hat er oft genug bewiesen und auch in „Die Schuld“ gelingt ihm dies erneut – selbst ohne große Verlagerung auf Emotionen. Oft reichen Andeutungen vollkommen aus, um den Zwiespalt und die Schicksale der Opfer deutlich werden zu lassen und als Leser Stellung zu beziehen. Ob Carter die Sympathie des Lesers gewinnen kann oder nicht, das liegt im eigenen Ermessen…

Grisham ermöglicht wieder einmal Einblicke in die amerikanische Rechtslage, die diese Sammelklagen und Forderungen zulassen und als Leser war ich oft geradezu sprachlos. Sicherlich, so wirklich neu ist dieses Thema nicht, der Autor hat z.B. bereits in seinem letzten Roman „Der Richter“ die Problematik der pharmazeutischen Sammel- und Schadensersatz-Klagen aufgegriffen, dennoch fand ich „Die Schuld“ spannend, faszinierend und unterhaltsam.

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Mein(e) Lieblingszitat(e):

„Man muss Geld ausgeben, wenn man welches verdienen will.“ S. 181

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Der Gedanke änderte nichts daran, dass er zur anderen Seite übergelaufen war und die Wahrheit unter einem Berg von Geld begraben hatte.“ S. 189

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„Wenigstens konnte er noch über sich lachen. Was würde geschehen, wenn er das verlernte?“ S. 217

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„Sammelklagen auf Schadenersatz hatten nichts mit Jura zu tun. Sie waren eine fast schon kriminelle Form von Unternehmertum“. S. 284

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„Schadenersatzklagen im Namen einer Gruppe sind eine Gaunerei, ein Schwindel am Verbraucher, eine von Gier getriebene Lotterie, die uns eines Tages alle ruinieren wird.“ S. 307

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Meine Lieblingsfigur:

???

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Fazit:

Viele juristische Einblicke, sprachlich und erzählerisch gewohnt mitreißend. Ein Roman, der sich mühelos in die Reihe „typischer Grisham“ einreihen kann. Empfehlenswert !

Meine Buchbewertung: 4 Buch-Bubis bookmarks_folderbookmarks_folderbookmarks_folderbookmarks_folder

 

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Über BirthesLesezeit

Leseratte "Ü40" . Ich lese so ziemlich alles, was Buchstaben hat, wobei das Genre nebensächlich ist, Hauptsache, Geschichte und Schreibstil sprechen mich an.
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