[Rezension] „Der Garten über dem Meer“ – Jane Corry

Unterhaltsames und dramatisches Familiengeheimnis aus England

Inhalt:

Südengland: Laura Marchmont ist glücklich – frisch verheiratet zieht sie mit ihrem Mann in ein Haus mit einem wunderschönen, alten Garten – direkt am Meer. Einfach traumhaft ! Doch ein Schatten liegt über ihrem Glück: Laura’s Vergangenheit – ein Geheimnis, das sie nicht einmal ihrer besten Freundin offenbart hat und das ihre Zukunft zu belasten droht. Außerdem machen es ihr die Stieftöchter nicht gerade leicht, eine harmonische Familie zu bilden. Als Laura’s Großmutter stirbt, erbt sie einige wunderschöne Sticktücher, auf denen ein Garten abgebildet ist, der ihrem eigenen ähnelt – außerdem ist auf jedem der Tücher ein rätselhafter Spruch nahezu unsichtbar eingearbeitet… Ihre Neugier ist geweckt, sie begibt sich auf die Spuren der Stickerin und ahnt bald, dass sich die Wurzeln ihres eigenen Schicksals in der Vergangenheit befinden könnten…?

Devon, 1866: Die Mutter der 11-jährige Mary Rose schenkt ihrer Tochter kurz vor ihrem Tod einen alten Ring – ein Familien-Erbstück, das Mary Rose fortan beschützen soll. Doch gleichzeitig warnt die Mutter : fällt der Ring in falsche Hände, wird ein Fluch über der Familie lasten. Eine große Verantwortung für das junge Mädchen…

Meine Meinung:

Nach „Perlentöchter“ hat Jane Corry nun ihren zweiten Roman veröffentlicht, der sich ebenfalls mit einem Familiengeheimnis beschäftigt: „Der Garten über dem Meer“.  Und genauso wie in ihrem Debüt ist auch der Schauplatz ihrer neuen Geschichte Devon in Südengland – kein Wunder, immerhin wohnt die Autorin selbst an diesem schönen Küstenort und die innige Verbundenheit  zu ihrer Heimat ist an den liebevollen Beschreigungen dieses Ortes sehr gut zu erkennen :-).

Auch in ihrer zweiten Familiensaga zeigt Jane Corry, dass sie die Leser zu fesseln versteht. Während man einerseits in der Gegenwart am Schicksal von Laura Marchmont und ihrer jungen Familie teilnimmt, leidet man auf der anderen Seite im 19. Jahrhundert mit der jungen und überaus naiven Mary Rose, die nach dem Tod ihrer Mutter einen steinigen Weg beschreiten muss. Beide Perspektiven sind nahezu gleichwertig, beide stecken voller Dramaturgie, haben ihren eigenen Reiz und so freut man sich stets auf die Rückkehr in beide Zeitebenen, findet sich sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart schnell wieder zurecht.

Der mit Rubinen besetzte Ring, ein Erbstück der Familie seit Generationen, zieht sich als roter Faden durch die Geschichte. Seine Bedeutung und die Warnung der Mutter schweben stets zwischen den Zeilen und geben der Geschichte einen mystischen Hauch.

Die Charaktere der beiden weiblichen Protagonisten Mary Rose und Laura Marchmont werden sehr deutlich herausgearbeitet, sie wachsen dem Leser schnell ans Herz. Während die junge Mary Rose durch ihre Naivität und Kindlichkeit den Beschützerinstinkt im Leser wachruft, sind es bei Laura ihre Ängste und ihre Schuldgefühle – und der Wunsch nach einem trauten Heim. Fast alle anderen Figuren bleiben hingegen recht blass, sodass man sich stets fragt, ob und wer von ihnen noch für eine Überraschung sorgen könnte… Es sind eindeutig die Frauen, die in diesem Roman den Ton angeben, während die Männer zwar bedeutende, aber dennoch eher unscheinbare Rollen einnehmen und somit im Hintergrund bleiben.

Die 600 Seiten des Buches lesen sich überraschend schnell – man fließt durch die Geschichte, bleibt neugierig auf die Geheimnisse und das Schicksal beider Frauen und ihrer Familien.

Hat mir „Die Perlentöchter“ bereits sehr gut gefallen, so gefiel mir  „Der alte Garten“ sogar noch eine Idee besser, ausgereifter.

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Mein Lieblingszitat:

„Unschuldig bin ich,

Denn du tatest nicht gut.

Du stahlst meinen Ring

Und verfluchtest unser Blut.“ S. 336

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„Alle Dinge kehren an den Anfang zurück. Lass Tapferkeit deine Lanze sein und bleibe deinem Herzen treu, mein Kind. Dann wirst Du nie etwas zu fürchten haben!“. S. 401 (aus einem alten Kinderlied)

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Meine Lieblingsfigur:

Mary Rose: naiv, kindlich, aber stets hoffnungsvoll und optimistisch.

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Meine Bewertung: 4,5 Buch-Bubis, die ich auf 5 aufrunde:

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Fazit:

Ein äußerst unterhaltsamer Frauen-Roman mit einem geheimnisvollen Ring – einem Familiengeheimnis – und fesselnden Schicksalen.

 Info zum Buch:Der Garten ueber dem Meer von Jane Corry

Titel: „Der Garten über dem Meer“, Autor(in): Jane Corry, Verlag: blanvalet (Random House), ISBN: 978-3-7645-0493-9, 608 Seiten, Preis: 19,99 Euro (D), Dt. Erstveröffentlichung: 26. Mai 2014, Originaltitel: „The ruby ring“

Verlagsseite zum Buch: HIER

Interview mit Jane Corry: HIER

 

 

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Über BirthesLesezeit

Leseratte "Ü40" . Ich lese so ziemlich alles, was Buchstaben hat, wobei das Genre nebensächlich ist, Hauptsache, Geschichte und Schreibstil sprechen mich an.
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Eine Antwort zu [Rezension] „Der Garten über dem Meer“ – Jane Corry

  1. katnissdean schreibt:

    Das buch klingt auf jeden Fall gut, sollte ich mir merken! =)

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