[Rezension] „Windige Geschäfte“ Kerstin Hamann

Unterhaltsamer, spannender Krimi mit hochaktuellem Thema

Inhalt:

Der Umweltdezernent Erwin Stumpf ein Befürworter der Windenergie – ein Windpark auf dem Taunuskamm ist sein ehrgeiziges Projekt. Als Mitglied des Stadtrats ist sein Engagement  für die Ökologisierung der Stadtwerke beispielhaft, doch sein Idealismus könnte natürlich eine Provokation der bisherigen Energiewirtschaft bedeuten. Gleichzeitig ist er Hochschullehrer an der Universität und besonders bei den weiblichen Studenten äußerst beliebt… Nachdem er eines Morgens nach einer Party in seinem Haus ermordet aufgefunden wird, steht Martin Sander und sein Team vom K11 vor einer schwierigen Aufgabe: Die Ermordung einer prominenten Persönlichkeit verlangt eine schnelle Aufklärung – doch die Ermittlungen erweisen sich als sehr vielseitig: Ist der Täter unter den Energieriesen zu suchen, die den umstrittenen Windpark verhindern wollen – unter den Studenten – in der Familie… ? Als sogar noch ein Verdächtiger aus dem Kollegenkreis der Polizei hinzukommt, weiß Martin Sander, dass dieser Fall ihn an seine Grenzen bringen wird…

Meine Meinung:

Kerstin Hamann hat mit „Windige Geschäfte“ bereits ihren dritten Wiesbaden-Krimi um das Ermittlerteam K11 veröffentlicht. Und sie hat wieder einmal gezeigt, dass sie es versteht, ein hoch aktuelles Thema in einen spannenden Krimi einzubinden. Windenergie – ökologisch wertvoll – oder nicht?

Ohne übertriebenen Spezifizierung dieses Themas, dabei jedoch fundiert recherchiert und informativ gibt sie einen Einblick in Energiewirtschaft und Politik – und macht dabei neugierig auf das Thema Pro & Contra Windenergie.

Gleichzeitig lässt sie den sympathischen Ermittler Martin Sandor zum dritten Mal mit seinem Team ermitteln, ohne ihn und sein Privatleben jedoch zu sehr in den Vordergrund zu rücken. Die Ermittlungsarbeit ist gründlich, der Leser ist über nahezu jeden Schritt informiert und kann mitdenken, miträtseln. Dabei stehen keineswegs blutige Beschreibungen der Morde im Vordergrund – auch wenn der Mord/die Morde alles andere als harmlos sind und Schauer über den Rücken laufen lassen, sondern der Focus liegt eindeutig auf den Ermittlungen, den Hintergründen – und bleibt gleichzeitig erfreulich übersichtlich und absolut authentisch.

Der flüssige Erzählstil überfordert den Leser nicht mit  technischen Einzelheiten oder spezifischen Details, bietet dabei aber trotzdem äußerst interessante Einblicke in das Thema. Dabei sind die Ermittlungen natürlich nicht nur auf diese Sequenz begrenzt, denn die Kommissare müssen in alle Richtungen ermitteln: privates Umfeld, Universität, mögliche Feinde, auch hier gibt es interessante Entwickungen und Aspekte, die es zu betrachten und bedenken gilt und diesen Krimi nicht einseitig werden lassen. Im Gegenteil: gerade diese Mischung macht für mich den besonderen Reiz aus!

Die einzelnen Kapitel sind recht kurz – sie geben dem Krimi ein angenehmes Tempo, man hetzt nicht atemlos von einem Ereignis zum nächsten, sondern die Übergänge sind fließend, neue Wendungen – Drohungen, Epressungen, Bestechungen, Mord –  werden geschickt integriert und sorgen dafür, dass der Spannungsbogen nicht ständig ganz neu gespannt, aber stetig aufrecht erhalten wird ! Ebenfalls sehr positiv aufgefallen ist mir, dass dieser Krimi sehr gut durchdacht und konstruiert ist – und auch am Ende wird der Leser nicht allein gelassen, sondern die Sehne wird vollkommen entspannt,

„Windige Geschäfte“ gilt zwar als Regional-Krimi – wer sich in Wiesbaden auskennt, wird sich sicherlich an die einzelnen Schauplätze versetzen können, aber auch ortsfremde (wie ich) genießen den Lokalkolorit und erhalten ein recht anschauliches, aber unaufdringliches Bild dieser Stadt.

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Mein Lieblingszitat:

„Nichts ist trügerischer als eine offensichtliche Tatsache“. (S.342)

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Meine Lieblingsfigur:

Martin Sandor – ein wahrer Freund.

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Meine Bewertung: 4,5 Buch-Bubis, die ich auf 5 aufrunde:

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Fazit:

Ein fundierter, lesenswerter Krimi,  spannend, informativ und empfehlenswert für alle, die sich gerne unterhaltsam mit aktuellen Themen auseinandersetzen!

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Titel: „Windige Geschäfte“, Autor(in): Kerstin Hamann, Verlag: Sutton, Taschenbuch, 448 Seiten, ISBN: 978-3954003242, Preis: 12,99 Euro (D), Erstveröffentlichung: 07. März 2014

windige_geschaefte_978-3-95400-324-2

Buchinformation auf Verlagsseite: Hier

Bisher erschienen von Kerstin Hamann bzw. weitere Fälle von Martin Sandor und dem K11-Team:

„Innere Werte“ (2012), „Abgehakt“ (2010)

innere_werte_978-3-86680-977-2, kleinabgehakt_klein 978-3-86680-636-8

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Über BirthesLesezeit

Leseratte "Ü40" . Ich lese so ziemlich alles, was Buchstaben hat, wobei das Genre nebensächlich ist, Hauptsache, Geschichte und Schreibstil sprechen mich an.
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