[Rezension] „David Copperfield“ – Charles Dickens‘ Klassiker

Charles Dickens bezeichnet seinen Roman „David Copperfield“ selbst als seinen Lieblingsroman – und dies wohl aus gutem Grund: es handelt sich um ein Werk, das recht viele biographische Parallelen enthält, was diese Geschichte umso authentischer werden lässt. Die Geschichte des jungen David Copperfield beginnt mit dessen Geburt, entwickelt sich mit der harten Kindheit und Schulzeit, bis zum erwachsenen David, der trotz aller Widrigkeiten ein respektables und von allen anerkanntes Mitglied der Gesellschaft wird.

Die englische Bevölkerung könnte von Dickens kaum vielseitiger und deutlicher dargestellt werden: ein unliebsamer Stiefvater, zweifelhafte Freunde, heuchlerische und hochtrabende Personen treffen auf überaus sensible, freundliche, oft geradezu aufopfernde Charaktere , die seinen Lebensweg kreuzen und ihn auf denselben begleiten. Dickens zeichnet die Charaktere überaus treffend und lässt es an Ironie und feinem Humor nicht fehlen – und versäumt dabei nicht, jedem letztendlich das zu geben, was er verdient. Die Mischung und das Aufeinandertreffen dieser vielseitigen Figuren machen dieses Werk abwechslungsreich und überaus reizvoll.

Ich liebe Dickens‘ Romane, seine Schilderung der Gesellschaft, seinen lebendigen Stil, mit der er die Umgangsformen seiner Zeit so treffend und realitätsnah widergibt – seinen oft bissigen und sarkastischen Humor, der dem Ernst der Geschichte jedoch keineswegs im Wege steht… „David Copperfield“ ist typisch, dabei gleichzeitig einzigartig , fesselnd und bezaubernd.

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Mein(e) Lieblingszitat(e):

„Ich glaube, dass die Beobachtungsgabe vieler sehr junger Kinder wegen ihrer Nähe und Genauigkeit etwas sehr Wunderbares ist. Wahrhaftig denke ich, dass man von den meisten Erwachsenen, die in dieser Hinsicht bemerkenswert sind, weniger sagen kann, dass sie diese Fähigkeit erworben, als vielmehr, dass sie sie nicht verloren haben.“(Kapitel 2)

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„Meine Erinnerung an dieses Leben ist mit so viel Qual und Hoffnungslosigkeit beladen, daß ich nie die Kraft aufbrachte, nachzuprüfen, wie lange ich es erdulden mußte – ob ein Jahr oder ob länger oder kürzer. Ich weiß nur, daß es war und daß es endete. Und ich habe es beschrieben, und dabei mag es bleiben.“(Kapitel 14, letzter Satz)

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„Es kann zwischen Eheleuten keine tiefere Kluft geben als gegensätzliches Denken und Streben“. S. 619 (Kapitel 45).

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„Willkommen, Armut! Willkommen Elend, willkommen Obdachlosigkeit, willkommen Hunger, Lumpen, Sturm und Bettelstab“ Gegenseitiges Vertrauen wird uns bis zum Ende aufrecht halten!“ S. 729 Kapitel 52

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„Ich denke an jede Kleinigkeit, die sich zwischen uns begeben hat, und erkenne, daß Kleinigkeiten die Summe des Lebens bilden (Kapitel 53)

 

Meine Bewertung: 5 Buch-Bubis

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Fazit:

David Copperfield lässt einen auch nach dem Lesen nicht los – sein Leben ist zu intensiv, seine Bekanntschaften zu zahlreich und zu vielseitig – mir ist bewusst, dass ich sicherlich nicht alle Facetten erkannt habe. Und obwohl ich es gerade erst beendet habe, weiß ich bereits jetzt schon, dass es nicht allzu lange dauern wird, bis ich es wieder zur Hand nehmen werde, um mit David’s Augen die englische Gesellschaft zu erkunden, die unterschiedlichen Charaktere, auf die er trifft, tiefer zu ergründen und einfach einzutauchen in diesen Klassiker, der in mein Regal der „besonders lesenswerten“ Bücher einziehen wird.

Extras: „David Copperfield“ bei Fischer-Taschenbuch-Verlag

 

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Über BirthesLesezeit

Leseratte "Ü40" . Ich lese so ziemlich alles, was Buchstaben hat, wobei das Genre nebensächlich ist, Hauptsache, Geschichte und Schreibstil sprechen mich an.
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Eine Antwort zu [Rezension] „David Copperfield“ – Charles Dickens‘ Klassiker

  1. katnissdean schreibt:

    oh Du bist schon durch und ich hab nichtmal angefangen *seufz* Ich komm einfach nicht dazu, hoffentlich am Wochenende! 🙂

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