[Rezension] „Das Salz der Erde“ Daniel Wolf

Inhalt: Fleury, Oberlothringen 1173: Remy flieht mit seinen Kindern aus der Leibeigenschaft nach Varennes, wo er nach einem Jahr die Rechte eines freien Bürgers erhält. Sein Sohn Michel, der in Mailand zum Kaufmann ausgebildet wird, übernimmt nach dem Tod seines Vaters dessen Geschäft und setzt sich für die Rechte der Kaufmänner und Bürger in der lothringischen Stadt ein, die unter der Ausbeutung durch hohe Steuern und Zölle seitens Herzog, Bischof und Stadthalter immer mehr zu leiden haben. Damit macht er sich verständlicherweise nicht sehr beliebt und so zieht er bald die Aufmerksamkeit der Obrigkeit auf sich. Nicht gerade einfach für Michel und seine Familie, unter diesen Bedingungen ein Geschäft zu betrieben und ein friedvolles Leben zu führen, denn die Widersacher sitzen überall und versuchen fortan, ihm das Leben in St. Varennes so schwer zu möglich zu machen. Doch Michel hat einen Traum…

 

Meine Meinung:

Ein historischer Roman, dessen Handlungsorte zwar größtenteils erfunden sind, aber dennoch durch seine große Authentizität und  Glaubwürdigkeit besticht. Obwohl hier nicht die Recherche  historischer Ereignisse im Vordergrund steht, fühlt sich der Leser in das von Autor Daniel Wolf geschaffene Varennes in Oberlothringen zur Zeit  König Barbarossas versetzt. Die Schilderung der Lebensumstände, der Nöte der einfachen Bürger, aber auch einige Einsichten in die Welt der Lehnsherren machen deutlich, dass der Autor sich ausgiebig mit dem Leben im Mittelalter auseinandergesetzt hat – dies wird auf jeder Seite spürbar und so fällt es leicht, sich in diese Zeit hineinzuversetzen und sich die Stadt vorzustellen. Beeindruckend lebendig werden außerdem die Streitigkeiten zwischen Bischof und Herzog, Gilde und Bürgern geschildert, ebenso wie  der Kampf um bessere Lebensbedingungen.

Die Ereignisse und Geschicke des Protagonisten Michel de Fleury samt seiner Familie und den Bürgern von Varennes vermögen den Leser wahrlich zu fesseln und er begleitet den sympathischen Kaufmann auf über 30 Jahren seines Lebens, handelt, leidet, hofft und liebt mit ihm. Dabei geht längst nicht alles glatt, immerhin ist Michel ein Mensch  mit Ecken und Kanten – das Geschehen nimmt seinen Lauf und es ist überaus spannend und unterhaltsam, zu sehen, wie Michel – mithilfe der Kaufmannsgilde, der Bruderschaft und vielen Freunden und Bürgern der Stadt – sich für Recht und Gerechtigkeit einsetzt. Er hat einen Traum, für dessen Erfüllung er lebt und kämpft – dieser rote Faden zieht sich durch das Buch und nimmt den Leser mit auf ein äußerst unterhaltsame und abwechslungsreiche Lebensgeschichte.

Der Autor hat ein sehr farbenfrohes  Bild geschaffen, mit einem Erzählstil, der den Leser mitreißt, ihn am Leben der Protagonisten teilhaben lässt und immer wieder für neue Überraschungen sorgt. So staunte ich doch immer wieder über Einzelschicksale, die ich so nicht vermutet hätte – so kann man z.B.  nie sicher sein, welchen Ausgang ein Kampf oder eine Diskussion nimmt…

Fazit:

Ein absolut fesselnder historischer Roman. Wer die Romane von z.B. Rebecca Gable oder Ken Follett mag, wird an „Das Salz der Erde“ kaum vorbeikommen. Erzählerisch wirklich gelungen und ein wahrer Lesegenuss !

Bewertung: 5 Buch-Bubisbookmarks_folderbookmarks_folderbookmarks_folderbookmarks_folderbookmarks_folder

Titel: „Das Salz der Erde“, Autor: Daniel Wolf, Verlag: Goldmann, Ausgabe: Taschenbuch, 1.152 Seiten, ISBN: 978-3442479474, Erscheinungsdatum: 10.06.2013

das salz der Erde klein_xl

Extras:

Interview mit Autor Daniel Wolf über „Das Salz der Erde“

Video-Buchtrailer (You Tube): http://www.youtube.com/watch?v=AhQIh5yReI4

 

 

Advertisements

Über BirthesLesezeit

Leseratte "Ü40" . Ich lese so ziemlich alles, was Buchstaben hat, wobei das Genre nebensächlich ist, Hauptsache, Geschichte und Schreibstil sprechen mich an.
Dieser Beitrag wurde unter 5 Buch-Bubis, Historische Romane, Rezensionen / Bewertungen abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu [Rezension] „Das Salz der Erde“ Daniel Wolf

  1. MelMel schreibt:

    Das klingt ja sehr interessant. Allerdings bin ich immer ein bisschen traurig, wenn eine Geschichte nicht in einem realhistorischen Setting spielt, denn genau das macht den Reiz dieses Genres für mich aus. Nicht desto trotz werde ich mir das Buch nochmal genauer anschauen und dann vielleicht auf meine Wunschliste setzen 🙂

    Liebe Grüße
    MelMel

    • BirthesLesezeit schreibt:

      Liebe MelMel, ich weiß, was Du meinst – und mir geht es eigentlich genauso… Allerdings hat mich das fehlende historische Setting hier überhaupt nicht gestört, es ist einfach ein fiktiver Ort, der jedoch trotzdem sehr real erscheint. Die Handlung könnte so überall stattgefunden haben, das Geschehen ist historisch sehr gut nachzuempfinden und sehr gut recherchiert, daher hat es mich, wie gesagt, nicht gestört, dass es diesen Ort nicht wirklich gibt. Es könnte ihn aber gegeben haben, das zählt ;-). Liebe Grüße !:-)

  2. Ja, das Buch hat mir auch super gut gefallen!!1! Im Sommer soll ein zweiter Teil rauskommen…=)
    LG Martina

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s