Filmkritik: „Die Bücherdiebin“ – vom Bestseller zum Kinofilm… Gelungene Umsetzung!

Kinofilm: „Die Bücherdiebin“

Regisseur: Brian Percival, Schauspieler/in: Geoffrey Rush, Emily Watson, Sophie Nélisse, Nico Liersch, Ben Schnetzer. Drehbuch: Michael Petroni

Altersfreigabe: ab 6 Jahren,

Premiere Deutschland: 13. März 2014

Neun Jahre ist es her, dass der australische Autor Markus Zusak diesen Bestseller „Die Bücherdiebin“  (The book thief“) geschrieben hat. Drei Jahre später wurde es in deutscher Sprache veröffentlicht und begeistert seitedem seine Leser und Kritiker gleichermaßen. Ein Buch, das vom Tod persönlich erzählt wird, und die Geschichte der 9-jährigen Liesel Memminger im zweiten Weltkrieg schildert. Von ihrer Mutter zu Pflegeeltern in einen – fiktiven – Münchner Voort verschickt, muss sie sich mit neuen Eltern, neuen Freunden, dem Nationalsozialismus und dem zweiten Weltkrieg auseinandersetzen. Doch sie findet ihren Weg: die Macht der Wörter – die Macht der Bücher hilft ihr dabei, zusammen mit ihrem Schulfreund Rudi und Max, dem Juden, der im Keller ihres Hauses –und in ihrem Herzen – einzieht.

Seit Donnerstag (13. März 2014) läuft in Deutschland’s Kino’s die Verfilmung zum Bestseller „Die Bücherdiebin“ von Martin Zusak und da ich dieses Buch erst vor kurzem gelesen habe (im Hinblick auf den bevorstehenden Film) und es mich hinsichtlich Geschichte und Erzählstil vollkommen überzeugt hatte,  freute ich mich gestern also auf den Kinobesuch.

Meine Meinung:

Die Verfilmung ist eindrucksvoll und einfühlsam gelungen. Freigegeben für Kinder ab 6 Jahren, zeigt er den Alltag im Dritten Reich, setzt er sich mit dem Nationalsosozialismus und dem zweiten Weltkrieg auseinander, ohne dabei jedoch zu sehr in die Tiefe zu gehen und zu sehr zu dramatisieren. Immerhin spielt der Krieg zwar eine wichtige Rolle, er bestimmt das Leben aller Beteiligten, doch die Hauptrolle spielen Liesel, ihre Familie, ihr Umgang mit den Widrigkeiten des Krieges, ihre Liebe zu Büchern, ihrer Fantasie.

Regisseur Brian Percival (Charles Dickens: Der Raritätenladen) hat das Drehbuch von Michael Petroni (Königin der Verdammten) geschickt inszeniert, mit der passenden Musik von John Williams untermalt und mit Akteuren besetzt, die absolut glaubwürdig sind.

Neben beeindruckenden Schauspielern wie Geoffrey Rush und Emily Watson in den Rollen als Liesels Pflegeeltern, so ist besonders die Besetzung der Titelheldin  Liesel Meminger gelungen: Sophie Nélisse verkörpert das temperamentvolle, neugierige, intelligente Mädchen Liesel in faszinierender Weise, draufgängerisch und verwundbar zugleich. Unschuldig fesselt sie mit ihren großen, dunklen Augen den Zuschauer und so ist es wohl nicht zuletzt ihr zu verdanken, dass „Die Bücherdiebin“ auch auf der Leinwand zu etwas ganz Besonderem wird.

„Ein Mensch ist nur so viel wert wie sein Wort“

diese Aussage von Liesel’s Pflegevater Hans hatte sich in meinem Hinterkopf eingenistet und ließ mich während der 131 Minuten Laufzeit nicht los, verinnerlicht er doch eine der wesentlichen Aussagen dieses Filmes, ebenso wie die Macht der Buchstaben und Wörter, für die sie sogar zur  „Bücherdiebin“ wird – stets darauf bedacht, dass sie die Bücher „nur borgt, nicht stiehlt“.

Liesel, die in ihrem Pflegevater Hans einen Verbündeten findet, die von ihrer Pflegemutter „Saumensch“ genannt wird,  lernt nicht nur lesen, hungern und arbeiten, sondern auch was es bedeutet, ein Geheimnis zu hüten. Ihr Zwiespalt wird deutlich herausgearbeitet, genauso wie ihre Liebe zu den Menschen, die sie umgeben. Der Krieg kommt immer näher und damit auch sein Einfluss auf das unmittelbare Leben Liesel’s.

Sogar der Tod, der in der schriftlichen Vorlage die überaus wichtige Rolle des Erzähler übernimmt, wird im Kinofilm keineswegs übergangen  – ich war gespannt, wie seine Rolle aussehen könnte und war überrascht ob der geschickten Lösung…

Mir hat die Verfilmung  insgesamt sehr gut gefallen – die Adaptierung zum Buch-Bestseller ist m.E. gut gelungen, auch wenn – wie in Verfilmungen üblich – einige Änderungen und Kürzungen unvermeidlich waren. Der Flair der Geschichte erlitt dadurch jedoch zum Glück kaum Abbruch.

Fazit: Wer das Buch liebt, wird auch diesen Film mögen. Und auch diejenigen, die das Buch -bisher- nicht kennen, werden sich dem Zauber der „Bücherdiebin“ wohl kaum entziehen können…

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Über BirthesLesezeit

Leseratte "Ü40" . Ich lese so ziemlich alles, was Buchstaben hat, wobei das Genre nebensächlich ist, Hauptsache, Geschichte und Schreibstil sprechen mich an.
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9 Antworten zu Filmkritik: „Die Bücherdiebin“ – vom Bestseller zum Kinofilm… Gelungene Umsetzung!

  1. glasperlenspiel13 schreibt:

    Ich habe gestern eine sehr negative Kritik zum Film gelesen. Vieles wird durch die Darstellung wohl eher verherrlicht und nicht kritisch genug dargestellt. Den Film selbst habe ich noch nicht gesehen. Will vorher unbedingt das Buch lesen.

    Liebe Grüße
    Die Bücherliebhaberin

    • birtheslesezeit schreibt:

      Es gibt einige, die den Film nicht mögen, weil er den Krieg nicht „brutal“ genug darstellt. Wenn ich mich recht erinnere, wurde „Die Bücherdiebin“ als Jugendbuch geschrieben, und Hauptperson ist nun einmal die „Die Bücherdiebin“- und nicht der Krieg. Es ist sicherlich Ansichtssache, mir persönlich gefallen Buch und Film, und ich finde, die Grausamkeit des Krieges wird durchaus deutlich. Es gibt keine Kampfszenen, Liesel wächst trotz allem recht „behütet“ auf, aber für mein Verständnis ist der Krieg der „Hintergrund“, vor dem Liesel steht, lebt, und ihre Liebe zu den Wörtern und Büchern entdeckt… Aber da bleibt Dir wohl nur eines: selber lesen und schauen ;-). Viel Spaß dabei :-).

  2. WortGestalt schreibt:

    Ich möchte mir den Film auch sehr gerne noch ansehen und hoffe, dass es sich einrichten lässt. Dein Bericht lässt mich selbst ganz neugierig werden, wie der Tod seine Rolle in dem Film erfüllt. Das Buch habe ich bereits 2008 gelesen, sodass ich mich an viele Details nicht mehr erinnern kann. Für eine Romanverfilmung kann das ja aber vielleicht sogar förderlich sein, bisher konnte nur wenige Verfilmungen mich überzeugen, wenn ich kurz zuvor das Buch gelesen habe. ^^

    LG, WortGestalt

  3. Ich muss wohl noch eine Weile warten, bis ich den Film sehen kann, hier in MeckPom ist noch nicht raus, wann er kommt. Sagt das Kinomädchen. Um so mehr bin ich aber froh, dass der Film gut sein soll.

  4. ich war gestern auch im Kino bei „Die Bücherdiebin“ und kann mich deiner Meinung nur mehr anschließen. Mir hat der Film sehr gut gefallen. Das Buch habe ich auch erst vor nicht allzu langer Zeit gelesen, somit konnte ich mich an alles erinnern bzw., auch was fehlte 😉 Aber der Film war meiner Meinung lang genug. Was mich ein bisschen gestört hat war, dass die Läden und die Bücher außen in deutsch angeschrieben warn, aber das Buch, die geschichte iiine, auf englisch gezeigt wurde. Also…der Außenband ist deutsch und der Inhalt englisch….das geht meiner Meinung nach nicht. Aber vielleicht bin ich auch zu pendant 😉 Die Schauspieler waren großartig und den kleinen Rudi fand ich absolut süß! Sophie Nélisse war als Liesel wunderbar!!!
    Liebe Grüße Martina

    • birtheslesezeit schreibt:

      Mir ist nicht wirklich aufgefallen, dass die Sprache der Bücher außen eine andere als innen war. Das liegt vielleicht daran, dass der Film eine amerikanisch-deutsche Coproduktion ist (wurde in Babelsberg gedreht). Damit will er vielleicht sowohl den deutschen als auch den amerik. Zuschauern gerecht werden. Dass die Beschriftung der Läden und Cover deutsch ist, ist richtig, immerhin lebt Liesel in München, in der Himmelstraße.

      Ja, Rudi hat mein Herz auch erobert :-).
      Liebe Grüße !

      • Hallo nochmal!
        Natürlich soll die Beschriftung der Läden etc. auf deutsch sein, denn wie du schon sagst, lebt Liesel in der Nähe von München. Aber es ist komisch, wenn dann plötzlich das Buch innen englischsprachig ist und wie z. Bsp. auch das Alphabet im Keller englisch ist! Es hätte alles auf deutsch sein sollen…so habe ich das gemeint 😉

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