„Das Licht zwischen den Meeren“ Stedman, M.L., Ein bewegender Roman

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Titel: „Das Licht zwischen den Meeren“, Autor: Stedman, M.L., Verlag: limes-verlag, Ausgabe: Gebunden, mit Schutzumschlag, ohne Lesebändchen, 445 Seiten, ISBN 978-3809026198,

Inhalt:

1926: Der Krieg hat den Leuchtturmwärter Tom Sherbourne geprägt, der sein Glück kaum fassen kann, als ihm das Herz der jungen Isabel zufliegt. Sie begleitet ihn zu seiner ungewöhnlichen Arbeitsstätte auf die abgeschiedene Insel Janus Rock. Sie genießen die Zweisamkeit, doch der Wunsch nach einem Baby wird bald übermächtig, umsomehr als Isabel mehrere Fehlgeburten erleidet. Als eines Tages ein Boot an den Strand der Insel gespült wird, in dessen Bauch sich neben der Leiche eines Mannes ein neugeborenes Baby befindet, trifft das Ehepaar eine folgenschwere Entscheidung, die ihnen zunächst unendliches Glück beschert – bis sie bei einem Besuch auf dem Festland erfahren, dass ihr Glück auf dem Unglück eines anderen aufgebaut ist…

 Meine Meinung:

Was für ein Roman ! Ehrlich gesagt, hatte ich aufgrund des Covers eine etwas andere Vorstellung über den Inhalt der Geschichte. Doch bereits der Covertext macht deutlich, dass es sich um einen bewegenden Roman handeln muss. Und genauso ist es: Die Geschichte, die die Autorin erzählt, ist sehr emotionsgeladen – und gleichzeitig, zumindest zu Beginn, überraschend nüchtern. Der Leser nähert sich auf Umwegen der aktuellen Situation. Zunächst unternimmt man einen Ausflug in die Vergangenheit von Tom, in sein Seelenleben, lernt ihn somit näher kennen. Sein Treffen mit Isabel, ihre Annäherungen, ihr Charakter werden beschrieben und ich befürchtete fast schon, dass die eigentliche Thematik etwas zu kurz kommen könnte, doch weit gefehlt! Als die Autorin „auf den Punkt“ kommt, geschieht dies sehr eindringlich und intensiv, man kann sich sehr gut in die einzelnen Personen hineinversetzen, denn beide Ansichten sind sehr emotionsgeladen und für jeden – vor allen Dingen wohl Mütter – absolut nachvollziehbar. Dabei bleibt die Autorin keineswegs an der Oberfläche, sie geht tiefer, lässt kaum eine Option aus und bis zum Schluss war mir vollkommen unklar, wie es wohl enden könnte. Man hoffte einerseits, und gleichzeitig auch andererseits, kann beide Seiten verstehen und weiß dennoch nicht, wie man sich entscheiden würde, hätte man die Möglichkeit dazu. Was für eine Situation…!

Mehr kann und will ich hier nicht verraten, aber eines ist sicher: dieser Roman lässt wohl niemanden kalt, er geht ans Herz, ohne dabei schwülstig zu wirken – im Gegenteil.  Der Autorin gelingt es auf scheinbar wundersame Weise, eine neutrale Stellung zu beziehen bzw. gar keine Stellung, sodass sich der Leser in die Lage versetzt fühlt, selbst Partei zu ergreifen, sich Gedanken über Recht und Unrecht zu machen, über Schuld und Unschuld, und für sich selbst zu überlegen, wie er wohl selbst gehandelt hätte. Keineswegs leicht – das steht fest!

Und so war ich am Ende geradezu froh, dass die Autorin eine schlüssige Entscheidung gefällt  hat, die absolut passend und m.E. angemessen ist.

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Mein Lieblingszitat:

„Über die Zukunft kann man eigentlich nicht reden. Nur darüber, wie wir sie uns vorstellen und was wir uns wünschen. Das ist nicht dassselbe.“ S. 66

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„Richtig und falsch sind manchmal wie zwei Schlangen: so ineinander verwickelt, dass man sie erst voneinander unterscheiden kann, wenn man beide erschossen hat, und dann ist es zu spät.“  s. 237

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Meine Lieblingsfigur:

Eindeutig Tom Sherbourne, der Protagonist. Seine Vergangenheit lässt ihn nicht los und er ist stets bemüht. Dennoch gelingt es ihm nicht, sich aus seiner Vergangenheit befreien.

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Bewertung: 5 Buch-Bubis

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Extras:

Buchtrailer You tube: (1:39min)

Fazit:

Ein bewegendes Buch, dass den Leser fordert, berührt, und so schnell nicht mehr loslässt. Eine absolute Leseempfehlung!

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Über BirthesLesezeit

Leseratte "Ü40" . Ich lese so ziemlich alles, was Buchstaben hat, wobei das Genre nebensächlich ist, Hauptsache, Geschichte und Schreibstil sprechen mich an.
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3 Antworten zu „Das Licht zwischen den Meeren“ Stedman, M.L., Ein bewegender Roman

  1. Pingback: (Die Sonntagsleserin) KW #11 – März 2014 | Bücherphilosophin.

  2. packingbooksfromboxes schreibt:

    Liebe Birthe,

    habe gesehen, dass dir zwar schon jemand einen Award verliehen hat, aber ich habe dich im weitesten Sinne auch nochmal für meinen nominiert. Falls du Lust hast, schau gern mal vorbei:
    http://packingbooksfromboxes.wordpress.com/2014/03/12/leo-guck-dir-meine-rucklichter-an/#more-801
    Wünsche dir ein tolles Lesewochenende!

  3. Das Buch ist schon lange auf meiner Wunschliste. Ob ich aufs Taschenbuch warten soll? Lesen möchte ich es auf jeden Fall!!! Liebe Grüße Martina

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