„Und nie sollst Du vergessen sein“ – Jörg Böhm, REZENSION

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Buchtitel: „Und nie sollst Du vergessen sein“ – Autor: Jörg Böhm, Verlag: G. Braun, Ausgabe: Taschenbuch, 384 Seiten, Erscheinungsjahr: 2013, ISBN: 978-3765084263, Preis : 12,95 Euro (BRD)

REZENSION:

Inhalt: Endlich Urlaub ! Den hat Emma Hansen sich redlich verdient –  3 ½ Jahre nach ihrer heiß ersehnten Ernennung zur Kriminalkommissarin. Und Emma hat beschlossen, dass sie sich nirgends besser entspannen kann als in Nöggenschwiel, einem kleinen Dorf im Südschwarzwald, in dem sie früher regelmäßig ihre Ferien verbrachte. Besonders  freut sie sich auf ein Wiedersehen mit ihrer Ferienfreundin Charlotte, die sie vor 15 Jahren das letzte Mal gesehen hat, als diese auf dem allseits beliebten Rosenfest  zur Rosenkönigin  gekürt wurde.

Auf den ersten Blick scheint sich in dem kleinen Ort nichts verändert zu haben: Immer noch gibt es „Das Lädele“ – Einkaufsmöglichkeit und allgemeiner Tratsch-Austauschpunkt, auch die Vermieterin ihrer Ferienwohnung ist die Alte geblieben – nett, freundlich und herzlich und überall trifft sie auf altbekannte Gesichter. Nur ihre Ferienfreundin Charlotte  ist nicht mehr da, geschockt muss Emma erfahren, dass Charlotte seit genau  15 Jahren – seit dem Tag des Rosenfestes, verschwunden ist. Niemand hat in der Zwischenzeit etwas über  ihr Schicksal erfahren…

Während Emma trotz allem ihren Aufenthalt im Rosendorf zu genießen beschließt, erschüttert der Fund einer Leiche die Bewohner.  Niemand mag so recht an einen Mord glauben, doch als eine zweite Leiche gefunden wird, kann niemand mehr leugnen, dass ein Mörder in Nöggenschwiel sein Unwesen treibt.  Emma glaubt, einen Zusammenhang zwischen dem Verschwinden Charlottes und den aktuellen Verbrechen zu vermuten – sie beginnt auf eigene Faust und auf ihre eigene Art, den Bewohnern „auf den Zahn zu fühlen“.

Meine Meinung: „Und nie sollst Du vergessen sein“ ist der Debüt-Krimi des deutschen Autors Jörg Böhm, dem der kleine Ort Nöggenschwiel im Südschwarzwald sehr gut bekannt ist. Hier hat er einen Teil seiner Studienzeit verbracht und so verwundert seine Ortskenntnis kaum – man spürt seine Verbundenheit mit diesem Dorf und während die Personen fiktiv sind, wird man mühelos die genannten realen  Schauplätze vor Ort finden können.  Fast liebevoll  verbindet er  seine fiktiven Bewohner mit dem realen Schauplatz,  lässt Ort, Bewohner und Gäste nach und nach immer  lebendiger werden. Der Nebel, der ständig über dem Ort zu schweben scheint,  ist allenthalben gegenwärtig, und durch die oft sehr detaillierten Beschreibungen  fällt es nicht schwer, sich den Alltag im Dorf Nöggenschwiel, das von Rosen und dem alljährlichen Höhepunkt, dem Rosenfest geprägt wird, vorzustellen. Der Autor legt großen Wert darauf,  seine Personen und Charaktere glaubwürdig und lebensnah erscheinen zu lassen, und tatsächlich überzeugen sie durch ihre Authentizität, sie sind „Menschen wie du und ich“, könnten jedermanns Nachbar sein.

Dabei gewinnt vor allen Dingen die junge Ermittlerin Emma Hansen schnell die Sympathie des Lesers, sie hat hart für ihre Karriere gearbeitet, bis sie die ersehnte Urkunde der Ernennung zur Kriminalkommissarin in den Händen halten durfte. Ihr Vorbild ist ihr Großvater, doch mit ihren Eltern – besonders ihrem Vater – verbindet sie ein eher problematisches Verhältnis.

In diesem Debütroman von Jörg Böhm ermittelt sie – wenn auch in ihrer Freizeit – in ihrem ersten Fall und das Ende lässt darauf hoffen, dass es nicht bei diesem einen Fall bleiben wird.

Jörg Böhm versteht es, Spannung aufzubauen,  er legt verschiedene Fährten und baut mehrere Handlungsstränge auf, die eine Sicht aus unterschiedlichen Perspektiven erlauben. Dies sorgt dafür, dass der Leser mitraten  und ebenfalls Vermutungen anstellen kann, wer als Täter infrage kommt und wohin  Charlotte vor 15 Jahren verschwunden sein mag…

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Mein Lieblingszitat:

„Der menschliche Antrieb kennt nur zwei Pole:

Der Mensch handelt entweder, um etwas zu erreichen oder etwas zu vernichten“ 

(S. 242)

Meine Lieblingsfigur:

Neben der Ermittlerin Emma Hansen ist dies für mich Kommissar Stefan Alt von der Kriminalpolizei Waldshut, der sich nicht nur im Beruf engagiert zeigt, sondern auch privat sehr sympathisch wirkt und dem man wünscht, dass seine Zukunftswünsche in Erfüllung gehen….

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Fazit:

Ein unterhaltsamer und spannender Schwarzwald-Krimi , gleichzeitig ein gelungenes  Debüt des Autoren Jörg Böhm, das den Leser neugierig macht auf weitere Fälle der sympathischen Ermittlerin Emma Hansen und somit auf weitere Krimis von Jörg Böhm.

Ich vergebe  4 Buch-Bubis:

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Extras: 

Link zur Autorenseite Jörg Böhm (mit Leseprobe) hier

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Über BirthesLesezeit

Leseratte "Ü40" . Ich lese so ziemlich alles, was Buchstaben hat, wobei das Genre nebensächlich ist, Hauptsache, Geschichte und Schreibstil sprechen mich an.
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2 Antworten zu „Und nie sollst Du vergessen sein“ – Jörg Böhm, REZENSION

  1. Carmen schreibt:

    Das scheint ja wirklich ein spannendes Buch zu sein, danke für die Rezension! Und wieder wurde meine Wunschliste länger… 🙂
    Liebe Grüsse
    Carmen

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