Rezension: (5 Sterne plus) „Todesengel“ – Andreas Eschbach

„Todesengel“ ist Andreas Eschbach’s neuestes Buch – ein Thriller, zu dem ich nur sagen kann: WOW ! Dieses Buch hat mich beim Lesen wirklich gefesselt, begeistert und mitgerissen!

Titel: „Todesengel“, Autor: Andreas Eschbach

Verlag: Lübbe, ISBN: 978-3785724811Ausgabe: Gebunden, mit Schutzumschlag (leider ohne Lesebändchen),

Preis: 19,99 Euro.

 

Hier meine Rezension bzw. mein Leseeindruck:

„Es war einmal…“ – so fangen in der Regel Märchen an… Andreas Eschbach’s Romane könnten gut und gerne alle mit „Was wäre, wenn…?“ anfangen, z.B. „Was wäre, wenn es die Erdöl-Vorräte tatsächlich aufgebraucht sind?“ („Ausgebrannt“)oder „was wäre, wenn man 1 Billion Dollar erbt?“. In Eschbach’s neustem Thriller „Todesengel“ geht es um die Frage: „Was wäre, wenn der Staat seine Bürger nicht mehr schützen kann? Muss es dann nicht jemand anderes tun?“

Und ist dieser jemand gar ein leuchtender Racheengel, der immer genau dann zur Hilfe eilt, wenn Unschuldige von skrupellosen Gewalttätern überfallen werden? Doch wer glaubt schon Engel? Die Polizei  jedenfalls nicht – sie wirft den überfallenen Opfern Selbstjustiz vor, droht ihnen gar mit einer juristischen Anklage.  Ingo Praise, ein idealistischer Journalist, stellt sich auf die Seite der Opfer und somit gleichzeitig auf die Seite des Todesengels und gibt ihnen durch die Medien sogar eine Stimme. Zur Bestärkung seiner Glaubwürdigkeit und um die Menschen zu überzeugen, versucht er zu beweisen, dass es den Racheengel wirklich gibt. Dadurch tritt er eine Lawine los, von der er bald schon regelrecht überrollt wird…

Meine Meinung:

Wow, was für ein Thriller! – Das ist meine Meinung in Kurzform. Doch es geht auch etwas ausführlicher:

Andreas Eschbach ist es wieder einmal gelungen, mich zu begeistern und zu faszinieren! Mit einem Thriller, in dem ein Journalist und die Polizei einen leuchtenden Racheengel jagen, von dem niemand recht weiß, ob es ihn wirklich gibt… – auch der Leser nicht… Brisante und polarisierende Themen werden angesprochen: Zivilcourage, Notwehr, die deutsche Rechtsprechung. Zuviel Notwehr – gibt es das? Ab wann wird aus Notwehr Selbstjustiz oder gar Rache? Dies sind nur einige Fragen, die in diesem Thriller gestellt werden und teilweise in Form von interessanten und sehr informativen Einblicken in die deutsche Rechtsprechung beantwortet oder näher beleuchtet werden. Vieles war mir davon bisher nicht bekannt und so wird es sicherlich vielen Lesern anschließend gehen wir mir: man überdenkt sein Handeln und wird sich künftig genau überlegen, wie man sich verhält, wenn es um Zivilcourage und Notwehr geht. Doch ist dies in Notsituationen überhaupt möglich? Immerhin handelt man spontan… Wer hat Recht – was ist Recht ?

Der Autor bringt es wirklich auf den Punkt, nimmt kein Blatt vor den Mund und lässt durch die Fernsehsendung des Journalisten sehr viele Fälle am Leser bildlich vorbeiziehen, die sich so oder so ähnlich täglich zutragen (könnten). Er sorgt dafür, dass die eigenen Emotionen während des Lesens ständig zwischen Gerechtigkeitssinn und Zweifeln hin- und herschwanken.  Die beschriebenen Fälle sind dabei nur Beispiele und regen immer wieder zum Nachdenken an. Ich spürte förmlich, wie auch ich Partei ergriff und mich mitreißen ließ. Dabei schlägt Eschbach ein rasantes Tempo an, ein Fall jagt den anderen, während gleichzeitig  die Jagd nach dem Todesengel weitergeht und auf den  Journalisten Ingo Praise täglich neue Herausforderungen warten.

Eine mutige, sehr rasante und spannende Geschichte, die zwar fiktiv, aber gleichzeitig hochaktuell ist und  reichlich Diskussionsstoff bietet. In seinem gewohnt mitreißenden Schreibstil hat A. Eschbach mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt, denn auch das Ende bietet so manche – schockierende – Überraschung.

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 Mein Lieblingszitat:

„Man hat immer eine Wahl. Sie ist nur nicht immer einfach. Manchmal ist der richtige Weg schwieriger zu gehen.“(S. 218)

Meine Lieblingsfigur:

Neben dem idealistischen Journalisten Ingo Praise ist dies für mich eindeutig Kevin, ein Teenager, der unter dem Mobbing seiner Mitschüler leidet und verzweifelt einen Freund sucht – sehr verzweifelt…

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Fazit:

Ein absolut fesselnder, mit vielen informativen Fakten angereicherter Thriller mit einem polarisierenden Thema, das zum Nachdenken anregt. Absolut empfehlenswert für alle Thriller-Fans und Leser, die sich für Themen wie Gerechtigkeit, Notwehr und Selbstjustiz interessieren. LESEN !

Für diesen Thriller vergebe ich gerne 5 Buch-Bubis, wenn möglich, würde ich sogar noch mehr geben. Ein tolles Buch !

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Extras: Video RTL Buchevent „Todesengel“ Andreas Eschbach, You Tube):

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Über BirthesLesezeit

Leseratte "Ü40" . Ich lese so ziemlich alles, was Buchstaben hat, wobei das Genre nebensächlich ist, Hauptsache, Geschichte und Schreibstil sprechen mich an.
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