Bücher/Bestseller vom Wühltisch…?!

Wem geht das wohl nicht so: „Mängelexemplare“, „Restexemplare“, „Wühltisch“– das sind Worte und Angebote, die mein Herz sofort höher schlagen lassen, mir einen Adrenalin-Kick geben und mich meinen guten Vorsatz, den SUB endlich abzubauen, vergessen lassen. Ich halte inne, stöbere, schaue, und gehe oft mit Büchern nach Hause, die ich unter normalen Umständen wohl nie näher betrachtet geschweige denn gelesen hätte. Soweit so gut…

Der positive Aspekt ist eindeutig, dass ich günstig an Bücher komme, die sonst nie meine Aufmerksamkeit erreicht hätten, darunter oft wahre Schätzchen oder sogar Bestseller !

Der negative Aspekt ist, dass ich oft Bücher kaufe, die sich als Flop herausstellen, die ich bereits habe – nun sogar doppelt im SUB! oder die zu Hause und nüchtern betrachtet, eigentlich gar nicht meinem Geschmack entsprechen und die nun meinen SUB bereichern – wahrscheinlich für eine recht lange Zeit… (aber das kommt zum Glück recht selten vor und kann auch ohne Wühltisch vorkommen 😉 ).

Was will ich damit sagen…? Achso, ich bin auf dieses Thema gekommen, da ich gerade in der letzten Woche wieder einmal ein Buch im Wühltisch gefunden – und natürlich mitgenommen habe, dass ich dort NIE vermutet hätte:


„Gegen alle Zeit“ von Tom Finnek ! Eingeschweißt, zum Sonderpreis von 6,95 Euro !  Keine Frage, die Freude war und ist groß, ich mag Tom Finnek’s historische Romane sehr und dieser Roman erfreut sich bei Amazon einer durchschnittlichen Bewertung von sage und schreibe 4,5 Sternen!


Dennoch bin ich wieder einmal – wie schon so oft – nahezu erschüttert, wenn ich einen Besteller auf dem Wühltisch finde. In der vergangenen Zeit waren es z.B. „Illuminati“, diverse Thriller von Kathy Reichs, Elizabeth George usw, und sogar „Heiß“ von Gerd Schilddorfer.

 

Mir ist schon klar, dass Verlage oder Buchhandlungen Bücher vergünstigt abgeben, um ihr Lager zu räumen, oder um sich von Romanen/Thrillern usw. zu trennen, die nicht die große Leserschaft erreichten, die gewünscht war – wenn es sich aber um regelrechte Bestseller handelt, bin ich doch jedesmal gelinde gesagt erstaunt, finde es oft schade für  Buch und Autor. Für mich verliert ein Besteller irgendwie an Wert, wenn es dort so traurig, herabgesetzt herumliegt und um Leser „bettelt“. Ob das immer im Sinne der Verlage/des Autors ist? Welchen Anteil haben wohl Buchshop/Verlag daran, wer entscheidet darüber, welches Buch auf den Wühltisch darf/muss?

Andererseits bin ich natürlich froh, dass diese Bücher dort angeboten werden – ich bin stets empfänglich für solche Schnäppchen und viele Bücher, um die ich bis dahin „herumgeschlichen“ bin, da sie mir zu teuer waren, dürfen dann endlich bei mir einziehen. Ich trage also auch dazu bei, dass die Bücher an den Mann/Frau bzw. an den Leser kommen.

Und ich bin wirklich froh, dass die Bücher uns dort angeboten werden, anstatt sie heimlich zu „entsorgen“, oder?

Was ist Eure Meinung zu Restexemplaren, Mängelexemplaren, Wühltischen, usw. ?

Eines muss ich natürlich noch klarstellen, falls das bis jetzt noch nicht deutlich wurde:  ich komme an keinem „Wühltisch“ vorbei, ohne wenigstens zu stöbern und meistens nehme ich auch MINDESTENS ein Buch mit – und dank Smartphone und Internetzugang haben sich auch meine Doppelkäufe verringert, da ich mein virtuelles Bücherregal nun dabeihabe und nachsehen kann, ob sich das angebotene Buch bereits in meinem SUB befindet.

Daher sage ich persönlich „JA“ zum vergünstigten Abverkauf von Restexemplaren, Wühltischen, auch wenn ich weiterhin erstaunt sein werde, wenn Bestseller dort auftauchen…

Es grüßt ganz herzlich,

Eure Birthe

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Über BirthesLesezeit

Leseratte "Ü40" . Ich lese so ziemlich alles, was Buchstaben hat, wobei das Genre nebensächlich ist, Hauptsache, Geschichte und Schreibstil sprechen mich an.
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9 Antworten zu Bücher/Bestseller vom Wühltisch…?!

  1. Pingback: (Die Sonntagsleserin) KW #05 – Januar/Februar 2014 | Bücherphilosophin.

  2. Ada Mitsou schreibt:

    Hallo Birthe,

    bei mir ist es eher andersherum: Ich finde es traurig, wenn ich auf diesen Tischen Bücher finde, die in meinen Augen sehr gut sind, die aber niemand so richtig kennt. Bestseller haben ja meist schon sehr viele Menschen gelesen/gekauft/verschenkt, sodass sie ihre Zeit des Ruhmes hatten. Doch die kleinen, eher unbekannten Autoren oder Titel haben das Treppchen aus verschiedenen Gründen nie erklommen und müssen dann auch noch zum Spottpreis ausliegen. Das finde ich hinsichtlich mancher Werke wirklich bedauerlich, gerade wenn ich mir mehr Leser für sie wünsche, weil sie mich berührt haben. Nicht alles gefällt jedem, aber manche Bücher möchte man einfach von anderen gelesen wissen, um die Begeisterung (hoffentlich) zu teilen.

    Ansonsten stehe ich Wühltischen mit gemischten Gefühlen gegenüber. Früher bin ich bei jedem stehen geblieben und habe oft auch etwas mitgenommen. Nur irgendwann habe ich gemerkt, dass vieles davon nicht so der Knaller für mich war – nicht unbedingt schlecht, aber auch nicht so gut, dass ich restlos begeistert war. Deswegen überfliege ich das Angebot heute nur noch bei Gelegenheit und halte eher gezielt Ausschau. So überprüfe ich z.B. in unregelmäßigen Abständen bei Arvelle & Co, ob Bücher, die schon lange auf meiner Liste stehen, dort mittlerweile zum reduzierten Preis verfügbar sind. Dadurch habe ich schon einiges an Geld gespart, mein Regal aber nicht wahllos vollgestopft.

  3. Carmen schreibt:

    Mir geht es ähnlich wie Dir, ich komme normalerweise auch nicht an einem Wühltisch vorbei. Es findet sich eigentlich immer etwas, was mich interessiert oder ich sowieso mal lesen wollte. Von dem her gesehen finde ich es natürlich toll, wenn ich dadurch ein bisschen Geld sparen kann. Auch wenn das meinem SuB natürlich überhaupt nicht gut tut 🙂

    Liebe Grüsse
    Carmen

    • birtheslesezeit schreibt:

      Eben :-). Manchmal sind wirklich Bücher dabei, die ich schon lange auf meiner Wunschliste habe, aber sie waren mir einfach zu teuer. Und dann findet es eben doch noch den Weg auf meinen SUB :-). LG

  4. Büchersüchtig schreibt:

    Hallo Birthe,

    ich kenne beide Seiten und habe schon so manches gute Buch, aber auch viele Flops ergattert. Inzwischen halte ich es so, dass nur noch Mängelexemplare gekauft werden, die sowieso auf meiner Wunschliste stehen. Ansonsten verzichte ich lieber auf 3 Mängelexemplare um je € 3 und kaufe mir lieber ein Wunschlistenbuch um € 9. 😉

    Liebe Grüße von
    Sabine

    • birtheslesezeit schreibt:

      Das ist auch eine gute Einstellung! Habe ich mir auch schon öfter gedacht und so vorgenommen, aber irgendwie werde ich dann doch wieder schwach – wie heute auch mal wieder…;-). LG

  5. birtheslesezeit schreibt:

    Eben…Sehr treffend ausgedrückt: Es will nur eines: gelesen werden ;-).
    Ja, ich denke auch, dass Trends und Masse an Neuerscheinungen ein Grund für die Angebote sind.
    Und wie es weitergeht … wir werden es erleben … Herzliche Grüße

  6. packingbooksfromboxes schreibt:

    Diese „Schockmomente“ habe ich auch schon oft erlebt. Man fragt sich dann einfach „Was macht dieses Buch in diesem Ramschstapel??“. Aber ich stelle täglich fest, dass so ein Buchleben immer kürzer wird. Gerade für die „triviale Unterhaltungsliteratur“. Die Mehrheit der Leser folgt Trends und wenn ein neuer Trend aufkommt, ist ein Bestseller von gestern schon ein Kandidat für den Wühltisch.
    Bei dieses Mängelexemplaren handelt es sich meist um Remittenden. Also Bücher, die schon einige Zeit in den Regalen der Buchhandlungen gestanden haben und an den Verlag zurückgeschickt wurden. Die Chance war also da. Aber bei den Massen an Neuerscheinungen geht sicher das ein oder andere einfach unter. (Im Allgemeinen wage ich aber zu behaupten, dass sich viele Verlage „rückbesinnen“ und bin mal gespannt, wie sich das entwickelt.)
    Ich schließ mich dir aber absolut an, dass es besser ist ein Buch vergünstigter zu verkaufen, als dass es einfach im Altpapier landet. Letztlich möchte es doch einfach nur eins- gelesen werden 🙂

  7. Anne Parden schreibt:

    Ohne Smartphone und Internetzugang beim Einkaufen ist das so eine Sache mit Wühltischen. Zu häufig stellte sich zu Hause heraus, dass ich den x.ten Band einer Reihe erworben hatte, worauf sich beim Buch selbst kein Hinweis befand. Deshalb unterlasse ich es inzwischen meistens, etwas vom Wühltisch zu kaufen, es sei denn, ich weiß ganz genau, dass es sich bei einem Buch um einen Einzelband handelt…

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